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Zürich, 08.12.2021

Fotos: Christian Lanz

«Unsere Fonds sind eine Erfolgsformel für China-Investments»

• Caduff: Herr Dalla Corte, Eurizon hat sich in der Schweiz durch seine China-Anleihen-Strategie einen Namen gemacht. Wie hat sich diese im Jahr 2021 entwickelt?

Dalla Corte: Tatsächlich setzen wir schon seit 2018 sehr stark auf diesen Markt, als wir unseren Anlage­fonds für chine­sische Onshore-Anleihen lanciert haben. Das hat sich gelohnt, denn die einzig­artigen Eigen­schaften des mittler­weile zweit­grössten Anleihen­markts der Welt haben sich sehr positiv auf die Perfor­mance ausge­wirkt – nicht zuletzt im zu Ende gehenden Jahr 2021. Daher sind wir sehr stolz auf die Leistung unserer Port­folio­manager, die es auch verstanden haben, den vielen Stolper­steinen auszu­weichen.

• Caduff: Was waren die Gründe für die ausge­zeich­neten Resultate?

Dalla Corte: Einerseits, dass wir unseren Prinzipien treu geblieben sind und grösst­möglicher Sicher­heit und bester Liqui­dität stets höchste Priorität geschenkt haben. Ander­seits hat sich die Zins­kurve chine­sischer Anleihen zu Gunsten der Anleger entwickelt und zudem, wie von uns erwartet, der Renminbi gegen­über Schweizer Franken, US-Dollar und Euro gestärkt. Auch war die Aufnahme chine­sischer Anleihen durch die globalen Anleihen­indizes von Vorteil – dies hat den Markt durch inter­natio­nale Kapital­zuflüsse zusätzlich gefördert.

• Caduff: Wie haben sich demgegen­über die Probleme beispiels­weise beim Immo­bilien­giganten Evergrande ausgewirkt?

Dalla Corte: China hat in diesem Jahr mit etlichen Krisen­situa­tionen zu kämpfen – regu­lato­rische Inter­ven­tionen oder auch die Ever­grande-Krise – um nur einige zu nennen. Trotzdem hat der Onshore-Anleihen­markt ausge­zeichnet performt. Für Eurizon selbst war es von Vorteil, dass wir schon seit Auflegung des Fonds auf Unter­nehmens­anleihen aus dem Privat­sektor verzichtet und uns auf staats­nahe Unter­nehmens­anleihen bester Qualität konzen­trierten. Dies war ein wesent­licher Punkt, um besser als die Bench­mark abzu­schneiden.

• Caduff: Was erwarten Sie für das Jahr 2022?

Dalla Corte: Das jüngste Gipfel­treffen zwischen Biden und Xi lässt hoffen, dass die Spannungen zwischen beiden Ländern nicht eska­lieren werden. Der freund­liche Ton des Treffens deutet auf ein vermin­dertes Risiko akuter Konfron­tationen hin, was sich positiv auf chine­sische Vermö­gens­werte auswirken dürfte. Auf kurze Sicht könnte der chine­sische Anleihe­markt trotz einer aggres­siven Geld­politik der Fed von der Entwicklung des US-Marktes abweichen. Was die Währung angeht, bleiben wir für den Renminbi zuver­sichtlich.

• Caduff: Planen Sie mit weiteren China-Strategien?

Dalla Corte: Ja, wir haben im Oktober 2021 einen chine­sischen Multi-Asset-Invest­ment­fonds aufge­legt, dessen Portfolio derzeit zu 80 Prozent aus chine­sischen Onshore-Anleihen, die auf Renminbi lauten, und 20 Prozent chine­sischen A-Aktien besteht. Diese Kombi­nation soll die Chance auf über­durch­schnitt­liche risiko­adjus­tierte Renditen erhöhen. Wir sind zuver­sichtlich, dass diese Formel in der Lage sein wird, mittel- und lang­fristig über Konjunktur­zyklen hinweg stabile Erträge an den chine­sischen Märkten zu erzielen.

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