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Zürich, 27.04.2022

Fotos: Christian Lanz

«Wir vergleichen unser Portfolio mit dem bayerischen Reinheits­gebot für Bier»

• Caduff: Herr Wiegel, wie wichtig ist für Sie persönlich das Wort «green» in Ihrem Firmen­namen?

Wiegel: Das ist sicherlich die Basis für unsere Sicht auf die Invest­ment­welt, denn bereits seit über 15 Jahren setze ich nachhal­tige Invest­ments ein. Und der «grüne» Anteil in unseren Port­folien ist ständig gewachsen. Irgend­wann reifte in unserem Team die Über­zeugung, uns voll­ständig und mit ganzer Hingabe auf dieses eine Thema Nachhal­tigkeit zu konzen­trieren. Deshalb habe ich mit meiner Familie die green benefit AG gegründet und einen Global-Impact-Fonds aufgelegt. Die nachhal­tige Unter­nehmens­führung ist auch darin sichtbar, dass mittler­weile unser Sohn Micha als studierter Wirt­schafts­infor­matiker voll­zeitlich im Team mit dabei ist.

• Caduff: Es gibt kaum noch eine Fonds­gesell­schaft, welche nicht die Umwelt adressiert. Machen Sie etwas anders?

Wiegel: Nun, wir sind bei der green benefit AG voll­ständig auf das Thema Nachhal­tigkeit und Impact fokussiert. Die Spezia­lität unseres Investment-Stils ist der «Pure-Play-Ansatz» im Gegen­satz zum «Best-In-Class-Ansatz», der fast vom gesamten Rest der Branche angewandt wird. Das Ziel ist ein «reines» Portfolio zu erhalten, vergleich­bar mit dem bayerischen Reinheits­gebot für Bier, denn Pure-Play-Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auf einen Sektor wie beispiels­weise Solar oder Wasser­stoff konzen­trieren. Das macht es für uns auch einfacher, die Nachhal­tig­keits­kriterien zu prüfen. Einen Misch­konzern wie beispiels­weise Siemens werden Sie nicht bei uns finden.

• Caduff: Das funktioniert offensichtlich. Sie gewinnen reihen­weise Auszeich­nungen…

Wiegel: Ja, erst kürzlich erhielten wie die Auszeichnung von «FONDS professionell» mit dem deutschen und öster­reichischen Fonds­preis mit dem Platz 1 als bester Fonds in der Kate­gorie «Sustain­able Investments». Ebenso zum zweiten Mal in Folge den «Euro Fund Award» als bester Umwelt­techno­logie­fonds in Deutschland im 3- und 5-Jahres­bereich. Worauf wir sehr stolz sind, ist der «Lipper Fund Award» im Jahr 2021 als bester globaler Aktien­fonds im 3-Jahres­bereich in Deutschland. Dies zeigt, dass man sich als Nach­hal­tig­keits­fonds nicht verstecken muss, sondern auch eine sehr gute Perfor­mance erwirt­schaften kann.

• Caduff: Wir treffen uns in Zürich. Was für Pläne haben Sie für die Schweiz?

Wiegel: Wir haben bereits mehrere Inves­toren in der Schweiz und durch die Vertriebs­zulassung in der Schweiz ist das Ziel, die Profes­sio­nalität des Finanz­platzes für unsere ausser­gewöhn­liche High-Conviction-Strategie zu nutzen. Wir möchten Schweizer Inves­toren für unseren Impact-Fonds mit dem Schwer­punkt auf Wasser­stoff, Solar und E-Mobi­lität begeistern, wie es uns schon in Deutschland gelungen ist.

• Caduff: Dann wird man Sie in Zukunft öfters auf unserem Finanz­platz sehen?

Wiegel: Ja, zusammen mit meinem Kollegen Klaus Thurn, unserem Managing Director, werde ich regel­mässig vor Ort sein. Dass wir schon einen super Bezug in die Schweiz haben, zeigt unsere Wahl des Schweizers Felix Brem von der Reuss Private Group zu unserem Aufsichts­rats­vorsit­zenden. Mit ihm arbeite ich schon seit Jahren zusammen und er ist seit der Firmen­gründung im Jahr 2014 mit an Bord. Bestimmt wird man uns auch in dessen Büro in Zürich nun künftig öfters antreffen.

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