«Unsere «10 goldenen Regeln» bewähren sich seit 32 Jahren - insbesondere auch in schwierigen Marktphasen»
• Caduff: Herr Safft, Sie sind sehr eng an Ihren Kunden. Was ist aktuell die häufigste Frage?
Safft: Letzte Woche präsentierte unser Gründer und Chairman Peter Seilern-Aspang sein Buch «Die besten Aktien der Welt» in der Wiener Nationalbibliothek vor Wirtschaftsjournalisten und Kunden. Alle interessierte: Wohin gehen die Zinsen und was bedeutet das für die taktische Asset-Allokation? Eng verbunden damit ist natürlich die Inflationserwartung. Übersetzt bedeuten diese Fragen für uns: Wie gut sehen wir unsere Quality-Growth-Unternehmen, ausgewählt gemäss unseren «10 goldenen Regeln», aktuell positioniert?
• Caduff: Das wäre auch meine nächste Frage. Kommen Sie mit Ihrer Expertise für Quality-Growth-Unternehmen gut durch diese anspruchsvolle Zeit?
Wir investieren in Unternehmen, nicht in Aktien. Karl D. Safft
Safft: Unsere «10 goldenen Regeln» erfordern unter anderem robuste Preissetzungsmacht und geringe Verschuldung. Ersteres lässt erwarten, dass solche Unternehmen inflationsbedingte Kostensteigerungen gut an Kunden weitergeben können. Letzteres schützt diese Firmen gegen zinsbedingte Kostensteigerungen. Es stört uns nicht, dass wir zuletzt geringere Renditen als der Markt erwirtschafteten, denn wir investieren in Unternehmen, nicht in Aktien. Unsere mittel- und langfristigen Prognosen für Quality-Growth-Unternehmen bleiben vielversprechend.
• Caduff: Die von Ihnen angesprochenen «10 goldenen Regeln» von Peter Seilern-Aspang sind branchenweit bekannt. Weicht Ihre Investmentstrategie wirklich nie davon ab?
Safft: Wir wenden diese Regeln nicht nur unverändert seit unserer Gründung vor 32 Jahren an, sondern unsere unbeirrbare Konsequenz – auch für die nächsten 30 Jahre – könnte man sogar als 11. Regel betrachten. Der Grund ist einfach: Wir identifizieren Unternehmen, deren Potenzial sich oft erst jenseits von fünf Jahren voll entfaltet, weshalb es von vielen übersehen wird. Wichen wir von diesen Regeln ab, würden auch wir das Potenzial von wirklichen Quality-Growth-Unternehmen nicht nutzen.



