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Zürich, 06.05.2024

Fotos: Fundplat

«Wir investieren in Ländern, welche heute in der Phase sind, in der China vor 20 Jahren war»

Ich freute mich sehr, Stefan Hirter von Redwheel am Montag, 06.05.2024, in der Bar vom «Terrasse» am Zürcher Bellevue zu treffen. Einer­seits, weil wir uns schon eine Ewigkeit kennen und ander­seits, weil er versprach, mir das Thema «Schwellen­länder der nächsten Gene­ration» zu erklären. Wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegen­teil: Ich erfuhr, wie lohnens­wert es sein kann, in diese aus Börsen­sicht weniger bekannten Länder zu inves­tieren. Voraus­gesetzt natürlich, dass man über die richtigen Infor­ma­tionen verfügt. Ganz offen­sicht­lich beherrschen die Manager der «Next Generation Emerging Markets Equity-Strategie» von Redwheel in London ihr Fach. Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH

• Caduff: Herr Hirter, Ihre «Next Generation Emerging Markets Equity-Strategie» ist nun fünf Jahre auf dem Markt und hat in dieser Zeit fast 120 Prozent Performance erzielt. Ein guter Grund zum Feiern?

Hirter: In der Tat ist die «Next Generation Emerging Markets-Strategie» (NGEN) für unsere Kund­schaft sowie auch für uns ein grosser Erfolg und ein wichtiger Meilen­stein. Aber zum Feiern ist es wohl noch zu früh, denn trotz der bisher erzielten attrak­tiven Renditen sind wir der Meinung, dass die Bewer­tungen an den NGEN-Märkten mit deutlichen Abschlägen gegen­über den grossen Schwellen­ländern inte­ressant bleiben und weiter vom lang­fris­tigen Rücken­wind profi­tieren werden.

• Caduff: Die US-Börsen und andere wichtige Indizes notieren auf histo­rischen Höchst­ständen. Emerging Markets stehen da etwas im Schatten. Teilen Sie diesen Eindruck?

Hirter: Ja, es ist nicht von er Hand zu weisen, dass Anlege­rinnen und Anleger in den vergan­genen Jahren eher vorsichtig gegen­über Emerging-Markets-Aktien einge­stellt waren. Das hat man beispiels­weise an Chinas Märkten gesehen, welche im MSCI Emerging Markets einen Anteil von etwa 40 Prozent ausmachen und weit unter den Höchst­ständen notieren. Wir meiden in der «Next Generation Emerging Markets-Strategie» die grössten Schwellen­länder und inves­tieren in die nächste Gene­ration, welche heute in der Phase des Zyklus sind, wo zum Beispiel China vor 20 Jahren war und den grossen Aufschwund noch vor sich haben.

• Caduff: Die aufstrebenden Länder unterscheiden sich erheblich. Erklären Sie bitte kurz: wie definiert Redwheel «Next Generation»?

Hirter: Die Strategie investiert in kleinere Schwellen­länder und grosse, liquide Frontier-Aktien­märkte der «nächsten Gene­ration». Zu diesen Märkten gehören etwa Mexiko, Vietnam, Indonesien und Chile. Sie zeichnen sich durch ein attrak­tives demo­gra­fisches Profil mit jungen und gut ausge­bildeten Arbeits­kräften aus und die Inves­ti­tionen in ihre Fertigungs­industrien anziehen – also die «neuen Fabriken der Welt». Die wirtschaft­liche Entwicklung in diesen Ländern ist enorm. Wir sind der Ansicht, dass diese Länder in den nächsten zwei Jahr­zehnten die grossen Schwellen­länder wie China und Korea heraus­fordern und attraktive Anlage­möglich­keiten bieten werden.

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