Wo einst Einstein, Lenin, Tucholsky und Joyce ihren Kaffee genossen
Die Adresse «Café Bar ODEON» am Zürcher Bellevue ist legendär und weltoffen seit 1911. Albert Einstein, Wladimir Iljitsch Lenin, Kurt Tucholsky und James Joyce genossen hier ihren Kaffee. Kai Mösmang von AGATHON CAPITAL SCHWEIZ GmbH, Walchwil, und ich taten es diesen Herren gleich und zwar frühmorgens am Mittwoch, 05.06.2024. Kai lebt in München und ist ein grosser Schweiz-Fan, auch weil er an die Universitäten in Basel und Bern studiert hat. Wir haben natürlich übers Geschäft geredet, fanden aber in den dreissig Minuten auch Zeit, ein paar Worte zu privaten Dingen auszutauschen. Zur Erinnerung haben wir einige Fotos gemacht, ein überaus netter Kellner (Herr Franz) hat uns dabei unterstützt. Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH
• Caduff: Herr Mösmang, was führt Sie heute nach Zürich?
Mösmang: Ich bin seit jeher gerne in der Schweiz und besuche alte Kolleginnen und Kollegen von der UBS oder auch Kommilitonen. Heute bin ich in meiner Rolle bei der Agathon Capital Schweiz hier. Dort bringe ich institutionelle Investoren und Fondsboutiquen mit innovativen Fondskonzepten zusammen. Fondsboutiquen haben im Vergleich zu den Platzhirschen eine geringere Vertriebspower oder deutlich niedrigere Marketingbudgets – die Folge ist eine geringere Visibilität. Dennoch sind ihre Produkte häufig besser und als Spezialisten wissen sie, in ihrer jeweiligen Nische zu glänzen. Wir unterstützen Fondsboutiquen mit unserer fachlichen Expertise und unserem Netzwerk dabei, das Interesse der Investoren zu wecken und das Fondsvolumen entsprechend zu steigern. Da ich selbst eine Global-Macro-Fondsboutique in München mit aufgebaut habe, kann ich auf meinen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
• Caduff: Wie lässt sich das unter einen Hut bringen: Fondsmanagement und institutioneller Vertrieb?
Ich mag es, komplexe alternative Investmentprodukte und -strategien in einfacher Sprache zu erklären. Kai Mösmang
Mösmang: Die Zusammenarbeit ist aus einer Synergie heraus entstanden. Als Fondsmanager des «ART Global Macro Fonds» habe ich stets einen guten Informationsstand zum aktuellen makroökonomischen Geschehen. Damit versuche ich, für Kundinnen und Kunden einen Mehrwert mit finanzwirtschaftlichem Know-how zu generieren – schon vor dem Gespräch über unsere Fondspartner. Für viele Investorinnen und Investoren ist es interessant, wenn ich die Einschätzungen unserer proprietären Makro-Modelle oder aktuelle Investmenttrends aus meinem institutionellen Netzwerk teile. Ich mag es, komplexe alternative Investmentprodukte und -strategien in einfacher Sprache zu erklären und einen Mehrwert für die Asset-Allokation des Kunden herauszuarbeiten.
• Caduff: Welche beruflichen Ziele setzen Sie sich fürs 2024?
Mösmang: Ein allgemeines Anliegen ist es mir, ausgezeichnete Fondsboutiquen vermehrt in die Welt der institutionellen Investoren zu bringen und eine Brücke zu bilden. Ein Ziel für 2024 ist es, diese Brücke auszubauen, indem man die vielen Hürden – regulatorische oder interne Anforderungen, Informationsasymmetrien, Anreizprobleme oder Herdentriebe – noch besser versteht und Lösungswege findet. Ich möchte viele interessante Gespräche führen und langfristige Beziehungen aufbauen. Ich freue mich auf eine grosse Herausforderung – es gibt noch viel zu tun.



