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3. «Experten-Roundtable» in Zürich am 19.02.2019

Dänische Pfandbriefe, Künstliche Intelligenz und französische Expertise

Caduff: Meine Dame, meine Herren, die Volatilität an den Märkten ist hoch. Ist das positiv oder negativ für Ihr Geschäft?

Moors: Das aktuelle Umfeld bietet für quali­tativ gute aktive Manager durchaus auch Chancen. Danske Invest verfügt über verschie­dene Fonds, die auch in Zeiten stärkerer Markt­schwan­kungen Outper­for­mance liefern können und dies durch ihren Track Record in der Vergan­genheit auch oftmals so zeigen konnten. Sehr gut an unserer Produkt­palette gefällt mir, dass wir nicht ein «One Product Shop» sind, sondern quali­tativ gute Produkte in verschie­denen Asset-Klassen anbieten, welche Anlage­bedürf­nisse unter­schied­licher Segmente abdecken - sowohl für den Whole­sale als auch für den insti­tutio­nellen Bereich.

Wir gehören zu den Innovationsleadern rund um das Thema «Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Asset Management» in der Schweiz. Christoph Gum

Gum: Technische Modelle bieten gerade in diesen Markt­phasen Möglich­keiten, Alpha zu gene­rieren. Private Alpha gehört zu den Inno­vations­leadern rund um das Thema «Einsatz von Künst­licher Intel­ligenz im Asset Mana­gement» in der Schweiz. Unsere hoch moderne auf Künst­licher Intel­ligenz basie­rende Analyse­plattform betrachten wir als nächste Ent­wicklungs­stufe der tech­nischen Analyse. Solche Systeme lernen anhand der täglich neu erfassten Daten ständig dazu und können sich so schneller an neue Markt­verhält­nisse anpassen.

Stiefel: Obwohl Volatilität immer Chancen eröffnet, ist es für die meisten Inves­toren unmöglich, so rasch und so häufig zu reagieren. Die Bewe­gungen sind so schnell, dass sie oft Chancen verpassen oder auch Angst haben, in den Märkten überaus aktiv zu sein. Der Jahres­beginn war sehr erfreulich von der Perfor­mance her, aber leider hatten viele Inves­toren nicht den Mut, anfangs Januar einzu­steigen - nach der Schwäche­phase des vierten Quartals 2018. Eine zu hohe Vola­ti­lität hilft unserem Geschäft nicht, da viele Anleger - zu Recht oder zu Unrecht - länger brauchen, um ihre Inves­titions­entscheide zu treffen.

Caduff: Die Zinsen sind bekanntlich nahe Null. Was empfehlen Sie Ihren Kunden?

Gum: Wir haben keine direkten Kunden: wir sind Fonds­berater und Anlage­opti­mierer. Grund­sätzlich sehen wir das aktuelle Null­zins­umfeld weiter positiv für Aktien. Welt­weit liegen rund 200 Billionen US-Dollar in Immo­bilien, rund 110 Billionen US-Dollar in Anleihen und rund 75 Billionen US-Dollar in Aktien. Die grossen Anlage­klassen sind alle teuer. Aktien - besonders in Europa - bieten aber weiter vernünf­tige Renditen und sind historisch fair gepreist. «Wachstum» hat in den USA aber defi­nitiv schon einen hohen Preis, im Vergleich zu Anleihen gibt es aber auch dort immer noch inte­ressante Perlen. Stock Picking ist jetzt gefragt. Und auch hier helfen uns unsere Tools, da sie schneller und effi­zienter nach unter­bewer­teten Titeln suchen können.

Stiefel: Um positive Renditen zu erzielen, müssen Inves­toren heute aggres­siver am Markt sein als früher. Wir empfehlen unseren Kunden a) Diver­sifi­zierung, b) Keine Einzel­titel für kleinere Port­folios und c) Kaufen Sie nur, was Sie verstehen. Wir sehen sehr gute Chancen im High-Yield-Bereich, vor allem unsere Port­folios mit fixer Lauf­zeit erfreuen sich schöner Nach­frage.

Der dänische Markt ist Europas grösster Pfandbriefmarkt und der älteste der Welt. Seine Wurzeln gehen bis 1797 zurück. Maya Moors

Moors: Im aktuellen Zinsumfeld herrscht für sehr konser­vative Allo­ka­tionen grosser Anlage­not­stand, da sich mit klassischen AAA-Obli­ga­tionen keine posi­tiven Renditen erzielen lassen. Viele Entschei­dungs­träger weichen daher mittler­weile auf niedri­gere Ratings für die Fixed-Income-Allo­ka­tionen aus. Hier können wir mit unserem Fonds «Danske Invest Danish Mortgage Bond» eine inte­ressante Alter­native im AAA-Bereich sowohl für insti­tutio­nelle Inves­toren als auch für sicher­heits­bewusste Privat­anleger anbieten. Dänemark verfügt über Europas grössten Pfand­brief­markt und den ältesten der Welt. Seine Wurzeln gehen bis 1797 zurück. In diesen mehr als 220 Jahren sind dänische Pfand­briefe auch dank des «Ausgleichs­prinzips» mit einer fristen- und zins­kongruenten Refi­nan­zierung noch nie ausge­fallen. Somit steigen das Inte­resse und der Anteil inter­natio­naler Anleger am dänischen Markt seit Jahren.

Caduff: … und was ist deren Antwort?

Stiefel: Es führt zu spannenden Gesprächen.

Moors: Der «Danske Invest Danish Mortgage Bond» ist sehr inte­ressant für konser­vative Allo­ka­tionen und muss als komplexe Anlage­klasse verstanden werden. Dafür ist Experten-Know-how gefragt, wie wir es besitzen. Die grösste Heraus­for­derung besteht aktuell darin, in welchen Teil ihrer Allo­kation poten­zielle Inves­toren dies einordnen sollen und können, da «Danish Mortgages» eine ganz eigene Asset­klasse dar­stellen und nicht - wie intuitiv auf den ersten Blick vermutet werden könnte - unter «klassische» oder gar regio­nale Immo­bilien­quote fallen.

Gum: Wir hören aus den Diskussionen ein generelles Problem punkto Alters­vor­sorge und für die Versi­cherer. Sparer werden ja schleichend enteignet. Nur eine aktien­basierte Alters­absi­cherung kann vor Vermö­gens­ver­lusten schützen. Und Versi­cherer benö­tigen eben­falls neue Antworten im Null­zins­umfeld.

Caduff: Wie lautet in wenigen Worten die USP Ihres Unternehmens?

Moors: Wir sind ein aktiver, inter­na­tional agierender Asset Manager mit «Nordic Touch». Das gesamte Thema «ESG» wurde im Anlage­prozess seit letztem Jahr noch verstärkt einge­bunden, eigens dafür verfügen wir in Kopenhagen über ein umfang­reiches Experten-Team unter der Leitung von Ulrika Hasselgren.

Unsere Investoren haben einen sehr guten Zugang zu unseren Portfolio Managern: das schafft Vertrauen und Transparenz. Peter Stiefel

Stiefel: Wir sind mit rund 600 Mitarbei­tenden ein über­schau­bares Unter­nehmen. Die Port­folio Manager und die Vertriebs­leute kennen sich und arbeiten eng mitein­ander. Unsere Inves­toren haben einen sehr guten Zugang zu unseren Port­folio Managern: das schafft Vertrauen und Transparenz. Wir sind nicht börsen­kotiert und haben deswegen nicht ein Quartals-Denken. Und wir haben das Glück, mit dem «Crédit Mutuel du Nord» einen starken Aktionär zu haben. Last but not least: Das Schweizer Vertriebs­team sitzt in der Schweiz und hat über 45 Jahre Erfahrung.

Gum: Eine voll digitalisierte Aktien­analyse statt Bauchgefühl von Ana­lysten. Eine rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche mittels Künst­licher Intel­ligenz gestützte Markt­über­wachung. Welcher Anleger will nicht gerne einen Rundum-Schutz für sein Portfolio? Wir sehen unseren Arti­ficial-Intel­ligence-Fonds als den schlaueren ETF. ETFs können bekanntlich nicht vor Bären­märkten schützen. Unser auf Deep- und Machine-Learning-Techno­logien basiertes Markt­risiko-Mana­gement ist darauf trainiert, massive Drawdowns in den Märkten zu erkennen und so Vermögen zu schützen.

Caduff: Wie wollen Sie weiterwachsen, was sind Ihre Ziele fürs laufende Jahr?

Stiefel: Wir sind seit drei Jahren in der Schweiz, sind aber - vor allem in der Deutsch­schweiz - noch nicht sehr bekannt. Wir sind unter anderem auf Ihrer Platt­form präsent und nehmen an Konfe­renzen teil. Aber vor allem Gespräche mit Prospects sind wichtig, um die Story der «La Française» zu verbreiten und Vertrauen zu schaffen. Der lang­fris­tige Horizont ist nicht nur beim Anlegen sehr wichtig, sondern auch bei den Kunden­be­ziehungen.

Gum: Im Fokus steht unserer im Dezember 2018 gestarteter Arti­ficial-Intel­ligence-Fonds, der zu den ersten mit Künst­licher Intel­ligenz unter­stützten Fonds in der Schweiz zählt. Hier wollen wir stark wachsen, da es aktuell kein vergleich­bares Produkt am Markt gibt. Weiter planen wir aktuell eine Forschungs­koope­ration mit führenden Künst­liche-Intel­ligenz-Unter­nehmen und einer Schweizer Univer­sität. Sehr gerne würden wir auch noch bis zu zwei erfahrene Arti­ficial-Intel­ligence-Ent­wickler in unser IT-Team aufnehmen. Wir denken, die Jahre 2019 und 2020 werden weiter vom Mega­trend Arti­ficial Intel­ligence geprägt. Wir wollen hier Private Alpha als führendes Fintech in der Schweiz posi­tio­nieren und unseren Inves­toren über­zeugende Renditen liefern.

Moors: Unsere Präsenz in der Schweiz soll mittel­fristig weiter verstärkt werden. Wir können uns gut vorstellen, sogar mit einer eigenen Nieder­lassung präsent zu sein. Die deutsch­sprachige Region soll zu einer Kern­region des Unter­nehmens mit gleichem Service­niveau wie die skandi­na­vischen Heimat­märkte ausgebaut werden.

Teilnehmende

Christoph J. Gum
CEO & Co-Founder
Private Alpha Switzerland AG
Limmatquai 104
8001 Zürich

+41-78-817 09 83
E-Mail
Web

Christoph J. Gum ist Mitgründer und CEO der Private Alpha Switzerland AG und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfah­rung bei inter­natio­nalen Gross­banken sowie Tech-Startups. Zuletzt arbei­tete er drei Jahre in Wien als Private Banking COO einer Schweizer Gross­bank. Bereits während seines Studiums konnte er Erfah­rungen im Startup-Bereich sammeln, als er im Jahr 2000 ein auf Inter­net-Shops spezia­li­siertes E-Com­merce-Unter­nehmen an die Börse beglei­tete. Das Wichtigste an einer jungen Unter­nehmung ist für ihn das Gründer­team. Er ist davon über­zeugt, das Private Alpha eine starke Mann­schaft zusammen­gestellt hat, um im neuen Mega­trend der Künst­lichen Intel­ligenz (KI) bahn­bre­chende Entwick­lungen voran­zu­treiben.

Maya Moors
Director Business Development
Danske Bank
Asset Management
Tower 185,
Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt
Deutschland

+49-172-954 07 68
E-Mail
Web

Maya Moors arbeitet bei Danske Invest Frankfurt als Director Business Deve­lopment. Sie ist verant­wortlich für den Vertrieb vorrangig an Schweizer Kunden aus den Segmenten Whole­sale sowie selektiv auch insti­tutio­nelle Inves­toren, um die Präsenz von Danske Invest in der Schweiz weiter zu festigen. Dabei liegt ihr regio­naler Fokus einer­seits auf den deutsch­sprachigen Landes­teilen, anderer­seits auch auf Klienten mit Sitz in der West­schweiz. Maya Moors verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung in der Finanz­branche. Vor ihrer Tätig­keit für Danske Invest arbei­tete sie für die Banque Canto­nale Vaudoise als Head Whole­sale and Fund Distri­bution. Davor war sie für zahl­reiche weitere Banken und Finanz­unter­nehmen in der Schweiz und inter­na­tional tätig, darunter MFS Inter­national, Julius Bär und Lombard Odier. Sie besitzt sowohl die deutsche als auch die Schweizer Staats­bürger­schaft und verfügt über einen Abschluss der Univer­sität St. Gallen (HSG) in Finance.

Peter Stiefel
Sales Director (Switzerland)
Gonet La Française Advisors S.A.
6 Bd du Théâtre
1204 Genf

+41-22-594 38 11
E-Mail
Web

Peter Stiefel ist für den Fonds­vertrieb in der Deutsch­schweiz zuständig. Er arbeitet seit September 2018 für Gonet La Française Advisors. Bevor war er 11 Jahre für Alliance­Bernstein tätig und war für den Fonds­vertrieb in der Schweiz und Liechten­stein zuständig. Davor war er 22 Jahre lang für die UBS Investment Bank und ihre Vorgänger­firmen tätig. Er war für den Verkauf von US-Aktien an insti­tutio­nelle Kunden in der West­schweiz verant­wortlich. Peter Stiefel ist Mitglied des Swiss Finance Insti­tute und ist Absolvent ihres Execu­tive Programms und des CAS in Asset Management.

Moderator

Thomas J. Caduff
CEO
Fundplat GmbH
Badenerstrasse 144
8004 Zürich

+41-44-212 77 77
E-Mail
Web

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH. Er ist seit über 30 Jahren in der Finanz­industrie tätig. Zu seinen beruf­lichen Stationen gehörten das Börsen­kommissariat des Kantons Zürich, die Bank Vontobel, die Credit Suisse und die UBS. Thomas J. Caduff diente ferner drei Jahr­zehnte lang in einer Division und mehreren Brigaden der Schweizer Armee als Kommunikations-/​Medienoffizier.

Fotos

Fotos: Christian Lanz