Fundplat > Interviews > Wachstum. Innovation. Perspektiven - Karrierechancen in der Finanzindustrie

Wachstum. Innovation. Perspektiven - Karrierechancen in der Finanzindustrie

Jonas Neff
Partner
BiermannNeff AG, Zürich
+41-44-213 62 22 / E-Mail / Web

23.01.2026

In der Finanzindustrie in der Schweiz und in Deutschland – und natürlich auch weltweit – verändern sich die Anbieterlandschaft und die Produktvielfalt rasant. Viele neue Angebote führen oft zu sinkenden Margen, was die Anbieter spürbar unter Druck setzt.

Hinzu kommt die Künstliche Intelligenz, die nahezu alles auf den Kopf stellt – und das soll erst der Anfang sein.

Gerade in dieser herausfordernden Zeit lohnt es sich, die Einschätzungen von Jonas Neff, Partner bei BiermannNeff AG in Zürich und einem der renommiertesten Headhunter der Schweiz, genauer zu betrachten! Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH

Herr Neff, wer in der Schweiz und in Deutschland einen Headhunter für die Finanzindustrie sucht, kommt schnell auf Ihr Haus. Woran liegt diese Bekanntheit?

Es ist wahrscheinlich eine Kombination aus Spezialisierung, Vertrauen und Kontinuität. Seit über 17 Jahren konzentrieren wir uns auf Asset Management, Private Markets und Wealth Management in Europa. Dabei sind die Schweiz und Deutschland unsere Kernmärkte. Wir kennen den Markt, die Strukturen und die Menschen sehr genau und pflegen langfristige Beziehungen zu Kandidaten und Kunden. Zudem setzen wir konsequent auf Qualität statt Quantität: Jede Suche wird auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten. Dieses fokussierte Vorgehen schafft Vertrauen und bildet die Basis für nachhaltige Partnerschaften.

Wenn man Sie trifft, wirken Sie stets sehr positiv. Gleichzeitig stehen Banken und Fondsgesellschaften unter Druck. Wie nehmen Sie die Lage bei Ihren Kunden aktuell wahr?

Wir haben unsere Firma 2009 gegründet, mitten in den Nachwirkungen der Finanzkrise – ein Umfeld, das für viele unserer Kunden sehr herausfordernd war. Positiv zu bleiben war damals wie heute entscheidend. Aktuell sehen wir gemischte Signale. Viele Häuser spüren den Druck durch erodierende Margen, Kosteneffizienz und intensiven Wettbewerb. Gleichzeitig gibt es eine klare Nachfrage nach qualifizierten Fach- und Führungskräften, die Wachstum und Innovation vorantreiben. Banken und Asset Manager, die strategisch investieren und auf die richtigen Personen setzen, können sich auch in schwierigen Zeiten behaupten. Positiv zu bleiben ist daher kein naiver Optimismus, sondern unsere Art, sich stets auf die Chancen in einem wandelnden Markt zu fokussieren.

Künstliche Intelligenz verändert viele Branchen. Spüren Sie bereits konkrete Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der Finanzindustrie?

Definitiv. Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist bei vielen unserer Kunden deutlich spürbar – insbesondere in Bereichen wie Datenanalyse, Reporting, Risikomanagement und Vertrieb. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, während gleichzeitig neue Positionen entstehen, etwa in der Datenstrategie, im KI-gestützten Portfoliomanagement oder im technologiebasierten Kundenservice. Insgesamt geht es weniger um den Abbau von Arbeitsplätzen als vielmehr um einen tiefgreifenden Wandel: Die Nachfrage nach hochqualifizierten, anpassungsfähigen Talenten nimmt sogar zu.

Ein Thema, das viele Leserinnen und Leser interessiert: In welchen Bereichen der Finanzbranche gibt es derzeit offene Stellen?

Besonders gefragt sind Fachkräfte im Vertrieb und im Relationship Management – sowohl im Asset Management als auch im Wealth Management. Hinzu kommen Investment- und Produktspezialisten für Alternatives, Private Markets und Real Assets – beispielsweise für Infrastruktur, Private Equity und Private Debt. Viele Asset Manager bauen auch den Bereich aktive ETFs weiter aus. Zudem suchen viele Adressen gezielt Digitalisierungsexperten, Data Scientists und KI-affine Professionals, die klassische Geschäftsmodelle weiterentwickeln und innovative Lösungen vorantreiben können.

Und umgekehrt gefragt: Wo rechnen Sie mit Konsolidierungen oder sogar einem Stellenabbau?

Mit einem Stellenabbau rechnen wir vor allem in standardisierten Bereichen und operativen Einheiten. Getrieben durch Automatisierung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Outsourcing werden hier viele Prozesse, trotz erweiterter Regulierung, auf Effizienz getrimmt. Besonders betroffen sind Rollen im Backoffice und in «Shared Services» wie Compliance, Risk Management und Marketing. Gleichzeitig entstehen in wachstumsorientierten Bereichen neue Positionen, die auf Innovation und Entwicklung ausgerichtet sind.

Die Fragen stellte Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH.

Link zum Disclaimer


Zur Person

Jonas Neff ist Partner bei BiermannNeff und spezialisiert auf die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften in den Bereichen Asset Management, Private Markets und Wealth Management in Europa. Er studierte Geschichte und Politikwissen­schaft an den Universitäten Bern und Bologna (Master of Arts in History). Seit 2005 ist er im Bereich Executive Search tätig, seit 2008 mit Schwerpunkt Financial Services. 2009 gründete er mit Klaus R. Biermann die Executive Search Firma BiermannNeff mit Büros in Zürich und Frankfurt.