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9. «Experten-Roundtable», Frankfurt, 20.05.2025

Fotos: Fundplat

Frühmorgens in Frankfurt Wissensaustausch auf höchstem Niveau

Echt cool, wenn man die Möglichkeit hat, wirklich kluge Leute mit viel beruflicher Erfahrung zu einem Gespräch einladen zu dürfen. Seit vielen Wochen stand fest, dass (Foto 1 v.l.n.r.) Klaus-Martin Korzilius, Quirin Privatbank AG, Frankfurt; Carsten Lootze, PB3C GmbH, Frankfurt und Markus Hill, MH Services, Frankfurt, am 9. Fundplat «Experten-Round­table» am Dienstag, 20.05.2025, im «Sofitel Frankfurt Opera» dabei sein sollten. Die drei Herren trafen dann auch auf die Minute genau um 09:30 Uhr – die sprichwört­liche deutsche Zuver­lässigkeit – in der Hotel-Lobby ein.

Die Atmosphäre war überaus kollegial, man hat voneinander viel Neues erfahren. Um 11:30 Uhr ging der Roundtable zu Ende. Die Geschäfts­karten wurden natürlich auch ausge­tauscht und es wurde vereinbart, fortan in engem Kontakt zu bleiben. Ich danke Euch herzlich für das dyna­mische Diskutieren. Es war hoch­inte­ressant! Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH

• Caduff: Herzlich willkommen in der Runde, Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht mehr wegzu­denken. Wie nutzen Sie diese Technologie?

Korzilius: Wir nutzen KI für Research und Ana­lysen von Firmen bei uns im Kapital­markt­geschäft, um auch zu sehen, welche Peers es gibt. Wir setzen KI auch bei dem Wust von Nachrichten und News­lettern ein. Die durch­forsten dann das Wesent­liche. In der Bank im Privat­geschäft nutzen wir KI besonders bei «quirion», unserem Robo-Advisor. Hier wird fast alles Online mit KI gesteuert; quirionAI: Der erste KI-Berater in Deutschland! Mit Q.Ai haben wir die erste gene­rative Künst­liche Intelligenz in Sachen Geld­anlage an den Start gebracht, darauf sind wir unglaub­lich stolz. Q.Ai beant­wortet als erster KI-Berater Fragen zur Geld­anlage und agiert wie die Quirin Privatbank und quirion wissen­schaftlich fundiert und unabhängig – ein echter Meilen­stein in der deutschen Finanz­industrie.

Lootze: Bei PB3C haben wir drei Gewerke: Public Relations, Redaktion sowie Social Media und Grafik. Je nach Gewerk kommen unter­schied­liche KI-Tools in verschie­denem Ausmass zum Einsatz. Im Bereich PR ist dies tendenziell am wenigsten der Fall, denn dies ist im Wesent­lichen People Business. Insgesamt setzen wir KI vor allem ein, um Routine­tätig­keiten zu auto­ma­tisieren, damit wir uns stärker auf den kreativen Prozess konzentrieren können.

Hill: ChatGTP und andere Tools helfen oft beim Brain­storming, beim «Durch­denken» und Struktu­rieren von Projekten. Die Infor­mations­vielfalt kann hier zwar erschlagend sein, aber um sich schnell in ein Gebiet einzu­arbeiten, sind die Tools oft hilfreich. Im Social Media-Bereich beobachte ich mit Interesse, wie sich der Trend entwickelt hin zu «imperfekten Postings».

• Caduff: Sie alle haben einen super interessanten Job: Was macht ihn jeden Tag ganz besonders?

Lootze: Erstens das vielfältige Aufgaben­spektrum. Jeder Kunde ist in gewisser Weise anders: Mal was Anlage­klassen oder Themen betrifft, um die es geht. Mal im Hinblick auf die Ziele und Ziel­gruppen, die er erreichen möchte. Und mal in Bezug auf die Heraus­forde­rungen, vor denen er dabei steht. Zweitens entsteht das Besondere durch eine gewisse Unberechen­barkeit, weil sich als Kommu­nikator jeder Arbeits­tag nur bedingt planen lässt. Denn die Para­meter, welche die Arbeit prägen, ändern sich immer wieder.

Hill: Der direkte, fachliche Gedankenaustausch mit Investoren bereitet mir viel Freude. Es ist immer interessant zu beobachten, was bei bestimmten Medien veröffentliche Meinung ist und wie sich diese Meinungen beziehungsweise Aussagen im direkten Gespräch mit der Entscheiderseite dann doch «relativieren» lassen. Dieser Aha-Effekt überrascht angenehm, hier bekommt man interessanten Input für Paneldiskussionen, Interviews und Fachartikel. Networking in der DACH-Region macht Spass, man weitet den Blick – nicht nur fachlich betrachtet!

Korzilius: Wir bilden die Brücke zwischen dem Corporate (SME) und dem Investor. Der Job ist sehr abwechslungsreich. Ich habe täglich mit Vorständen von deutsch­sprachigen mittel­stän­dischen Unter­nehmen zu tun und mit deren IR Heads/​Teams. Ich bin viel auf Reisen, besonders im nordischen Raum und Benelux.

• Caduff: Welche beruflichen Prioritäten setzen Sie sich fürs zweite Halbjahr?

Hill: Liechtenstein wird ein inte­ressantes Thema für uns im zweiten Halbjahr. Gerade laufen die Vorbe­reitungen für die nächste Veranstaltung im Herbst für «Finanz­platz Frankfurt trifft Finanz­platz Liechtenstein» im dritten Jahr in Folge, gerne unter­stützen wir wieder diese Veranstaltung des Liechten­steinischen Anlage­fonds­verbandes (LAFV). Im August werde ich zudem noch in Vaduz sein mit zwei Fonds­boutiquen aus der Schweiz und Österreich. Gegen­wärtig ist ein Thema auch die Idee zu einer Veranstaltung in Frankfurt in Richtung «Urba­nisierung, Infra­struktur und Immo­bilien­investments in Mumbai». Hierzu begleiten wir gerade eine Experten­befragung, bei denen Feedbacks zu diesem Themen­kreis in direkten Gesprächen mit semi-insti­tutio­nellen und insti­tutio­nellen Investoren in Deutschland eingeholt werden, hier möchten wir noch ein Stimmungs­bild bekommen.

Korzilius: Die europäischen Aktien­märkten haben sich deutlich von ihren Tiefs in den letzten Jahren erholt, der DAX ist sogar bei einem Allzeit­hoch. Es kommen wieder IPOs, siehe Pfisterer AG, und hoffentlich folgen demnächst weitere. Der Fokus liegt bei Infra­struktur, Energie und defen­siven Aktien. Tech-Aktien – ausser SAP – haben bisher nicht gut performt und es bleibt abzu­warten, wie es hier weiter geht. Ich bin opti­mistisch für euro­päische Small und Mid Caps!

Lootze: Zum einen das Geschäft mit Asset Managern und Vermögens­verwaltern weiter auszu­bauen. Hier sehen wir einen zunehmenden Bedarf, unter anderem ange­sichts der fort­schreitenden Branchen­konso­lidierung, inner­halb derer es sich zu posi­tionieren gilt. Zum anderen noch stärker für die Relevanz von Social Media zu sensi­bilisieren – Stichwort Social Selling – sprich Business Leads etwa über LinkedIn zu generieren. Ein gut gemachter Manager­kommentar auf LinkedIn kann 8’000 Aufrufe erzielen – so viel wie die Auflage manches Fach­magazins oder -zeitung für insti­tutionelle Inves­toren.

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