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4. «Experten-Roundtable», Frankfurt, 24.09.2019

Fotos: Sabine Antonius

Intelligente Lösungen und erfolgreiche Produkte für anspruchsvolle Börsen­zeiten

• Caduff: Meine Herren, die Märkte sind dieses Jahr anspruchsvoll. Rauf und runter wechseln sich ständig ab. Wie handhaben Sie das?

Berthoud: Unserer erzkonservativen Strategie «TIM The INCOME Masterclass» können Wirtschaftszyklen kaum etwas anhaben. Sie ist ausgerichtet auf tiefe Volatilität, wenig oder keine Korrelation zu den traditionellen Märkten und/oder Nischenprodukten. «TIM» wurde über 40 Monate lang mit 20 Mio. Euro getestet: es ist eine erfolgreiche Neu-Definierung von «Income» (siehe https://tim-strategy.com). Die Flagship-Strategie haben wir im April 2018 in einem AIF-Fonds verwirklicht. Die Strategie antizipiert aktuelle und zukünftige Marktrisiken und zeichnet sich durch ein aussergewöhnlich vorteilhaftes Risiko-Ertrags-Profil aus.

Sievers: Wir handhaben das auf die für uns typische Weise, streng systematisch, rational und damit vergleichsweise entspannt. Trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen in diesem Jahr sind wir auch in Bezug auf die Wertentwicklung sehr gut unterwegs. Unser defensiver, globaler Mischfonds liegt mit rund 9 Prozent im Plus, der Fonds mit aktiven Aktienstrategien bei rund +12 Prozent und die Computer-basierten Trendfolgestrategien entwickelten sich mit rund +20 Prozent am besten. In diesem Jahr haben wir an den Aktienmärkten oft wechselnde Stimmungen gesehen. In unserem defensiven Mischfonds und dem aktiven Aktienfonds steht der Anlageentscheidung ein von uns systematisch und täglich berechneter Markt-Stimmungsindex zur Seite. Der auf Basis technischer Indikatoren berechnete Wert wird von uns interpretiert und wird dann in Anlageentscheidungen umgesetzt. Das hat in diesem Jahr sehr gut funktioniert, so dass wir ein ziemlich gutes Timing für die Reduktion und den Aufbau von Marktrisiken hatten. Im Ergebnis hatten wir im Handel ein sehr aktives und eben auch erfolgreiches Jahr bisher.

Kulcsar: Sicherlich kann aktuell beobachtet werden, wie so oft, dass Markt-Volatilitäten aufgrund von Meldungen aus Politik und Wirtschaft bestimmt werden, sei es aufgrund von Themen wie Niedrigzinspolitik, Wirtschaftszyklus, Unternehmensgewinne, Protektionismus, Handelskonflikte, Populismus oder Transformationsprozesse durch Digitalisation und Automatisation. Nun was will ich damit sagen: für einen Longterm-Investor ist diese Momentaufnahme nebensächlich, und First Trust-Investoren nutzen unsere ETFs als Investment Opportunity und nicht als Trading Opportunity.

• Caduff: Wo lagen die Höhepunkte für Ihre Unternehmen im bisherigen Jahresverlauf?

Kulcsar: Wir bei First Trust konnten sowohl in den USA aber auch in Europa deutlich wachsen. Investoren haben uns ihr Vertrauen geschenkt und dies spiegelt sich in den Nettomittelzuflüssen in diesem Jahr von mehr als 8 Mrd. US-Dollar wider. Neben dem Asset-Zuwachs konnten wir auch unsere europäische Expansion fortsetzen. Unter anderem, aber vor allem, durch neue Talente an unseren Standorten.

Berthoud: Der erste Höhepunkt war die erfolgreiche Finalisierung von «TIM Conservative Index», der unsere Top-down-Allokation widerspiegelt und unsere erfolgreiche Strategie bestätigt: tiefe Vola und überdurchschnittlicher Ertrag (siehe https://www.mvis-indices.com/indices/specialty/tim-conservative). Der zweite Höhepunkt war die Finalisierung von «TIM CorsaBox» (Corsa steht für Core Satellite): die weltweit erste aktiv-passiv «Income»-Anlageplattform. Zudem haben wir ein Online-Tool entwickelt, mit welchem der interessierte, sicherheitsbewusste Anleger sich seine eigene Core-Satellite-Strategie zusammenstellen mag (siehe https://tim-strategy.com/corsabox).

Sievers: Am erfolgreichsten schnitten in diesem Jahr die Computer-basierten Trendfolgestrategien ab. Dabei handelt es sich um Handelsmodelle, die Trends, egal in welche Richtung, errechnen und von Beginn an konsequent nutzen. In diesem Jahr profitierten diese Handelsansätze vor allem von den starken Bewegungen in den Währungs-, Zins- und Anleihemärkten. Dabei haben die Handelsmodelle es geschafft, gerade in der für die Aktienmärkte schwierigen Phasen Mehrwert zu erwirtschaften – zuletzt im August, wo unsere Trendfolgestrategien neue Höchstwerte markiert haben.

• Caduff: Was haben Sie noch vor bis Ende Dezember?

Berthoud: Wir beginnen, in Asien und Europa an verschiedenen Anlagekonferenzen unsere Strategie und ihre Anlagemöglichkeiten vorzustellen. Zudem wollen wir institutionelle und professionelle Anlagekunden für unsere Produkte gewinnen. Zudem werden wir uns personell auf allen Stufen verstärken, um die zukünftige Entwicklung vorzubereiten und zu unterstützen.

Kulcsar: Weitere Nettomittelzuwächse. Aber auch neue und innovative UCITS-ETFs. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wenn ich diesbezüglich nicht konkret werden kann. Ich kann aber verraten, dass es noch sehr spannend sein wird.

Sievers: Ganz viel und es wird offen gesprochen am Jahresende so sein, dass das Jahr wieder nicht lang genug war. Persönlich fokussiere ich schon seit geraumer Zeit, dass die Portfolien der Fondsmanager und Portfolioverwalter stärker im Risiko zu streuen sind. Mit Beginn der Handelsstreitigkeiten von US-Präsident Trump mit China hat sich viel geändert. Inzwischen sieht man es schon an den deutlichen Bremsspuren in der Wirtschaft. Ein Scheitern der Handelsgespräche ist nicht ausgeschlossen und im Laufe der Monate auch wahrscheinlicher geworden. Das ist in den Märkten so nicht eingepreist. Ich möchte erreichen, dass unsere Trendfolgestrategien noch mehr zum Einsatz kommen als bisher. Diese Handelsansätze haben in der Historie bewiesen, Aktienportfolien zu schützen. Beispielsweise ein deutliches Plus im Dezember letzten Jahres oder auch im Krisenjahr 2008, wo der Wertzuwachs mehr als 30 Prozent betragen hat. Die Krisenjahre der Aktienmärkte und damit die Notwendigkeit für Absicherungs- und Diversifikationsstrategien sind ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir wissen zwar auch nicht wann, aber die nächste Krise kommt bestimmt.

• Caduff: Mit welchen Schritten wollen Sie dies erreichen?

Sievers: Das ist eigentlich wie immer, wenn man ein Umdenken erreichen will und damit auch ein wenig gegen den Strom schwimmt. Harte Überzeugungsarbeit, viel Reisen und viele Gespräche. Das bin ich gewohnt. Unser Unternehmensslogan heisst nicht umsonst «anders denken zahlt sich aus».

Berthoud: Business as usual, zum Beispiel mit «Fundplat» – Besten Dank für diese Möglichkeit, Thomas!

Kulcsar: Unter anderem dadurch, dass wir in direkter Interaktion mit unseren Kunden treten und Investoren mittels unseren ETFs bei der Erreichung ihrer Rendite-Ziele unterstützen. Eine ganz konkrete Massnahme für unsere Investoren ist zum Beispiel eine makroökonomische Vortragsreihe in der letzten November-Woche in Wien, Frankfurt, München und Zürich mit First Trust-Chefvolkswirt Brian Wesbury. Brian gilt als «antidote of conventional wisdom» und aufgrund seiner Erfahrungswerte als «Chief Economist to the US Congress» sowie als Wirtschaftsweisen der Federal Reserve Bank of Chicago schätzen unsere Kunden und Investoren seine Meinung sehr.

• Caduff: Haben Sie schon konkrete Pläne für 2020?

Kulcsar: Ja, müssen wir auch, da auch wir überzeugt sind, dass Stillstand keine Option für First Trust und unsere Kunden ist. Weitere Detail-Informationen zu Produkten und wie wir unsere Investoren weiter unterstützen können, werden folgen. Hier als Stichwort «Thematische ETFs» und «Smart Beta- und ESG-ETFs».

Sievers: In jedem Fall mal an 2019 anknüpfen und zu Ende bringen, was wir in dem wie immer zu kurzen Jahr nicht geschafft haben. Auf der Produktseite werden wir die Strategien betonen, die sich unabhängig der Aktienmärkte entwickeln können. Daneben werden wir unseren Kunden auch wieder verstärkt Produkte an die Hand geben, die kontinuierliche Einkommen aus Zins und Dividende generieren, beispielsweise ausgesuchte Immobilen und Investments mit unternehmerischer Komponente, also Private Equity.

Berthoud: Wir werden nächstes Jahr B2B-Partner wie beispielsweise Lebensversicherungen, Sparkassen und Postbanken für unsere Strategie gewinnen und mit ihnen Anlageprodukte für ihre Kunden entwickeln, die zu einer Absicherung von privatem Vermögen in turbulenten Marktsituationen führt und damit eine multiple Win-Win-Situation kreieren.

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